Presse 2018 >>> Freitag, 23. März 2018

Prof. Schuh bei CDU: Intelligente Konzepte für die individuelle Mobilität

Er mischte mit dem StreetScooter für die Post erfolgreich die Autoindustrie auf und begeisterte die Ratinger Gäste mit einem ebenso interessanten wie unterhaltsamen Vortrag: Prof. Dr. Günther Schuh, Prorektor der RWTH Aachen, Gründer und CEO der e.Go Mobile AG, machte in der Stadthalle deutlich, dass die Problematik von Stickoxid (NOx), Feinstaub und CO2 sehr komplex ist. So habe die alleinige Fokussierung auf eine Reduzierung des Klimatreibers CO2 tendenziell den Ausstoß von NOx und Feinstaub erhöht. Allerdings seien die Werte seit Jahren rückläufig und Autos lediglich ein Teil des Problems. Wesentliche Verursacher seien auch der fossile Hausbrand und Gewerbe.

Prof. Schuh hält die Elektrifizierung größerer PKW und die Anforderung an eine höhere Reichweite für einen Irrweg: Batterien seien zu schwer und zu teuer und das bleibe im wesentlichen trotz geringer Fortschritte in den nächsten Jahren auch so. Bei der Reichweite der Batterien setzen die Naturgesetze der Physik Grenzen, und je mehr Energie an einem Ort verdichtet wird, desto kritischer wird die Sicherheit der Batterien. „Übringens eine Tatsache, die die Automobilindustrie bis heute nicht anerkennt. Es ist genauso, als ob man die Quadratur des Kreises lösen wollte", merkte Prof. Schuh an.

Für längere Strecken seien Hybrid-Fahrzeuge derzeit erste Wahl, die innerstädtisch emissionsfrei mit Strom und auf der Autobahn konventionell fahren - mittelfristig im Idealfall mit einer Brennstoffzelle.

Daher setzt Prof. Schuh bei seinen elektrischen Fahrzeugen auf Kurzstreckenanwendungen mit Reichweiten bis 150 km, leichte Batterien, hohe Sicherheit und ein schickes Äußeres. Entscheidend für den Durchbruch ist, dass ein Elektroauto auch bezahlbar sein muss. So kostet der e.GO Life aufgrund seiner ökonomischen und hocheffizienten Produktion in Aachen nur zwischen 15.900 € und 19.900 €, von denen noch einmal 3.000 € staatlicher Zuschuss abzuziehen sind. Damit ist der e.GO Live eine echte Alternative zu konventionellen Kleinwagen. Und auf Grund seiner Langlebigkeit durch Alu-Rahmen und Kunststoff könne dieses Auto durchaus vererbt werden, so Prof. Schuh selbstbewusst.

Über 9.000 Bestellungen habe man zum Verkaufsstart - und schon Lieferzeiten wie bei Mercedes.

Geladen werden die Elektroautos an einer normalen Schukosteckdose oder schneller mit einem Typ2-(„Mennekes")-Stecker. Interessant: Prof. Schuh sieht den Schwerpunkt der Ladepunkte zu Hause, am Arbeitsplatz und in Parkgaragen - nicht an Tankstellen oder öffentlichen Ladesäulen. Damit wird die Strategie der Stadt Ratingen und den Stadtwerken für den Ausbau der Ratinger Ladeinfrastruktur bestätigt.

Prof. Schuh hat in seinem Vortrag deutlich gemacht, dass es in der komplexen Problematik der Schadstoffbelastung nicht die einzig richtige Lösung gibt, sondern es braucht differenzierte und intelligente Konzepte, um einen umweltschonenden Individualverkehr zu organisieren. Die technischen Möglichkeiten sind da, sie müssen nur gewollt und umgesetzt werden. Hier ist die Politik gefordert, die notwendigen Weichen zu stellen.

Wolfang Diedrich, Vorsitzender der CDU Ratingen-Mitte, resümierte in seinem Schlusswort: „Es ist immer eine echte Bereicherung, der Wissenschaft zuzuhören und über den Tellerrand zu blicken. Und wenn es dann noch so unterhaltsam ist - besser geht es nicht."

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